Gaby Peters  
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Dieter Kiessling

Schon seit 2004 entwickelt Gaby Peters kinetische Objekte, für die sie zunächst kleine batteriebetriebene Motoren, Aufziehmotoren oder Kinderspielzeuge verwendete. Es gelingt ihr, Gebilde herzustellen, die bei den Betrachterinnen und Betrachtern sehr deutliche Assoziationen an Lebewesen erzeugen, oft ohne dass das äußere Erscheinungsbild eines bestimmten Lebewesens imitiert wird.

Zunächst interessierte Gaby Peters die vielfältigen Bewegungen ihrer Objekte. Im Verlauf ihrer Arbeit entwickelte sie aber darüber hinaus ein starkes Interesse an dem Verhältnis, das sich zwischen mehreren sich eigenständig bewegenden und interagierenden Maschinen ergibt. So entstanden zunächst kleinere Konstellationen von Maschinen, dann aber schließlich im Frühjahr 2007 eine raumfüllende große Installation von gleichzeitig agierenden auf dem Kopf stehenden Wäschespinnen, die sich unabhängig von einander, durch batteriebetriebene Motoren angetrieben, in nicht kalkulierbaren Bewegungen durch den Raum schieben.

Diese Arbeit ist auch deswegen sehr interessant, weil die Ausstellungsbesucher den Ausstellungsraum nun in einer besonderen Weise mit den Kunstwerken teilen müssen.

 

Die immerhin ca. 2m großen Wäschespinnen können sich nicht nur einander, sondern auch den Betrachtern nähern und diese unter Umständen sogar dazu nötigen, Platz zu machen.

Nach und nach hat sich Gaby Peters auch das Medium Video erschlossen. Nachdem zunächst einige Dokumentationsvideos entstanden gelangen ihr bald eigenständige Videobänder und große Videoinstallationen, in denen meist bestimmte bewegliche Objekte stark vergrößert aus besonderen Perspektiven oder in besonderen Situationen zu sehen sind und eine vollkommen unerwartete Wirkung entfalten. Da die Protagonisten der Videos nicht mehr als eigenständige Plastik funktionieren, wird das Video notwendig als Zwischeninstanz zwischen Plastik und Betrachter.
Durch bestimmte Ausschnitte wird der Eindruck von eigenem „Verhalten“ der Dinge vorgegaukelt, durch die Machart der Videos aber direkt wieder aufgelöst, so dass die Illusion nur auf Gefühlsebene entsteht, da sie rational nicht bestehen kann.